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04.06.2017

Tätigkeitsbericht 2016/17


Stiftung Zwirneli Stiftungsaufsicht
Lachen 741 Herr Hans Saxer
9428 Walzenhausen Schützenstrasse 1
9100 Herisau
Herisau, 9. Juni 2017

Informationen über die Tätigkeit der Stiftung

Sehr geehrter Herr Saxer

Als Mitglied und im Auftrag des Stiftungsrates, der den Bericht auf dem Zirkulationsweg ge-nehmigt hat, orientiere ich Sie über die Aktivitäten der Stiftung in den Jahren 2016 und 2017.

1. Die letzte Information der Stiftung datiert vom 20. Mai 2016.

2. Vom 21. Mai 2016 bis heute hat der Stiftungsrat 2 Sitzungen abgehalten. Auf eine im De-zember 2016 ins Auge gefasste Sitzung wurde verzichtet.

3. Die Jahresrechnung 2016 wurde von der Revisionsstelle alder treuhand ag, Heiden, geprüft. Der entsprechende Bericht vom 17./21. Mai 2017 liegt diesem Schreiben bei. Die Vollstän-digkeitserklärung zuhanden der Revisionsstelle wurde am 31. Mai 2017 unterzeichnet.

4. Die Rechnung für den im letztjährigen Bericht erwähnten neu gefertigten Kennel inklusive die damit verbundenen Anschlussarbeiten konnte mangels früherer Geltendmachung erst im Berichtsjahr beglichen werden.

5. Im Zusammenhang mit der Erkrankung der Stiftungsratspräsidentin wurde mit der Stif-tungsaufsicht Rücksprache bezüglich Änderung der Statuten bzw. in Fragen der Auflösung der Stiftung genommen. Die Antwort hinsichtlich der letzterwähnten Frage steht, worauf sei-tens der Stiftungsaufsicht bereits bei der Besprechung hingewiesen worden ist, derzeit noch aus. Über diese Situation wurde auch die Revisionsstelle informiert.

6. Unter dem Titel "Aus dem Dornröschenschlaf erwacht" erschien im "St.Galler Bauer Num-mer 21 - 26. Mai 2017 auf S. 15ff." ein von Stiftungsratsmitglied Thomas Fuchs angeregter Artikel.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben. Für allfällige Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

Werner Niederer


Beilagen: - unterzeichneter Bericht der Revisionsstelle vom 17./21. Mai 2017
- unterzeichnetes Protokoll der 49. Stiftungsratssitzung vom 6.April 2017



11.05.2016

Mühlentag 2016

Fotos dazu: http://www.zwirneli.ch/bilder

Das Zwirneli öffnete am Samstag 7. Mai im Rahmen des Schweizerischen Mühlentags wiederum seine Türen. Vor der Öffnung für die Besucher setzte im und rund ums Zwirneli ein emsiges Treiben ein: entlang des Weges wurden Informationstafeln aufgestellt, auf der ebenen Wiese vor dem Haus entstand mit Bänken und Tischen eine Festwirtschaft, im Haus bereiteten die Helferinnen Salamibrötli zu und schnitten Kuchen auf, und das Wasserrad wurde einer letzten Kontrolle unterzogen. Das schöne und warme Wetter beflügelte diese Vorbereitungsarbeiten.

Schon bald fanden sich die ersten Besucher ein. Beide Führungen, um 10 und 12 Uhr, wurden rege von einem sehr interessierten Publikum genutzt. Die Einführungsworte übernahm Werner Niederer, die Führung mit Gang von der Wasserfassung über das Weichenhäuschen, das Wasserrad bis zum ehemaligen Fabrikationsraum bestritt Thomas Fuchs. Zur Freude aller bewegte sich das grosse Wasserrad mit 7m Durchmesser ruhig und schnell. Für dieses einwandfreie Funktionieren des Rades waren in den vergangenen Jahren grössere Reparaturen an der gesamten Wasserkraftanlage notwendig.

Eine eindrückliche Überraschung verdankten wir einer spontanen Erzählung eines Besuchers in der ersten Führung. Ernst Egger wohnte in seiner Jugendzeit im Zwirneli. Der niedrige Zahltag seines Vaters reichte nur für eine bescheidene Wohnung. So lebte die Familie Egger für einen Mietzins von Fr. 20 in der Wohnung im Zwirneli. In dieser Zeit waren die Maschinen unter der Leitung des betagten Zwirnerei-Fabrikanten Johannes Rohner noch in Betrieb. Ernst Egger erinnert sich, dass er als einziger Lächler den Kindergarten in Walzenhausen besuchte und den langen Schulweg alleine bewältigen musste.
Dank der interessierten Besucher (ca. 50 Personen), des herrlichen Sommerwetters und des eingespielten Teams des Stiftungsrates und der Helfer war der Mühlentag 2016 ein voller Erfolg und wird als rundum gefreutes Fest mit guter Stimmung in Erinnerung bleiben.


23.04.2014

Sanierung des Weichenhäuschens 2013/14

Fotos dazu: http://www.zwirneli.ch/bilder

Die Mauerwerk-Sanierung des Weichenhäuschens bestand vor allem in einer Aufstockung der Mauerkrone, was durch die Aufschüttung des Umgeländes notwendig wurde. Die bestehenden Wände wurden mit einem Mauergefüge aus Sandsteinquadern erhöht. Die alte Dachkonstruktion mit der Blechabdeckung war völlig zerfallen und musste neu gebaut werden. Die Dachkonstruktion wurde von Gabriel Loser und Florian Nagel, zwei Zimmermanns-Lehrlingen, in Begleitung des Berufschullehrers Norbert Wick gebaut. Die Arbeit wurde am 22./23. März 2014 in der Ausstellung „Freizeitarbeiten – Appenzellerlehrlinge stellen aus“ in Appenzell gezeigt. Am 13. März 2014 transportierten die Lernenden die Dachkonstruktion in demontiertem Zustand nach Lachen und richteten sie auf den Mauern des Weichenhäuschens auf. Als Besonderheit ist eine Luke in der Dachfläche zu erwähnen, welche Einsicht ins Gebäudeinnere und damit auf die Wasserweiche gewährt.


23.04.2014

Reparatur der Kellerwand 2013

Fotos dazu: http://www.zwirneli.ch/bilder

Im Kellerraum mit Wasserrad, der teilweise in das steil zum Bach abfallende Gelände gegraben ist, war die an den Hang angrenzende Westwand stark durchfeuchtet. Dieser Schaden wurde durch eine defekte Wasserleitung mit verursacht. Die Schadstelle wurde herausgebrochen und mit Sandsteinen neu aufgebaut.


10.08.2013

Erneuerung des Wasserrades 2013



Fotos dazu: http://www.zwirneli.ch/bilder

Fällen der Lärchen 2012

Das Wasserrad ist in derart schlechtem Zustand, dass dessen Holzteile ersetzt werden müssen.Das neue Wasserrad wird aus Lärchen-Mondholz gebaut werden. Damit erhoffen wir uns eine längere Lebensdauer des Rades. Für den Nachbau des alten Rades ist das Holz von zwei Lärchen notwendig. Hans Wiesendanger, der in unmittelbarer Nähe des Zwirneli, im Heldholz, Wald besitzt, stellt die Bäume zur Verfügung. Um Mondholz zu erhalten, muss der forstwirtschaftliche Mondkalender berücksichtigt werden. Die erste Lärche wurde am 16. Januar von Hanspeter Züst und Hans Wiesendanger gefällt, nachdem sie vom Förster bestimmt worden war. Beim Zusägen der notwendigen Holzstücke wurde allerdings klar, dass dieser eine Baum nicht genügen wird. So wurde eine zweite Lärche gegen Ende des Jahres, am 5. November, gefällt. Bis zur Verarbeitung des Holzes und zum Bau des Wasserrades werden die Lärchenbretter getrocknet.

Bau des Wasserrades 2013

Es gelang der Stiftung, Berufsschullehrer Norbert Wick für die Erneuerung des Wasserrades als Projektarbeit für Lernende zu begeistern. Bereits letztes Jahr bereitete er sich sorgfältig darauf  vor, indem er das Rad vermass und den Plan auf CAD zeichnete. Ebenfalls zur Vorbereitung gehörte die Aufstellung einer Holzliste. Viele Detailfragen wurden in Zusammenarbeit mit Mühlendoktor Kurt Fasnacht besprochen und gelöst. Nun galt es, angehende Zimmerleute und ihre Lehrmeister für das Projekt zu gewinnen. Für die halbe Arbeitszeit am Rad mussten die Lernenden ihre Freizeit investieren, der Lohn  für die andere Hälfte übernahm die Berufsförderung. Sechs Lernende nutzten diese einmalige Möglichkeit, ein historisches Wasserrad von 7 m Durchmesser nachzubauen: Pascal Gredig, Rebecca Johnson, Dario Ledergerber, Gabriel Loser, Josua Nef und Thomas Wild. Bevor die Arbeit an Ort aufgenommen werden konnte, wurde das Lärchenholz in der Werkstätte von Koster AG in Waldstatt zugeschnitten und zubereitet.

Vom 26. bis 29. August arbeiteten die lernenden Zimmerleute im Zwirneli. Als erstes galt es, das Holz auf dem schmalen Fusspfad zum Haus hinunter zu tragen, für die Lernenden eine ungewohnte Situation, ein Bauplatz ohne Zufahrt. Als nächstes wurde das altersschwache Wasserrad demontiert, ausgenagelt und als Brennholz fürs Zwirneli bereit gestellt. Je zu zweit arbeiteten die Lernenden, setzten die acht neuen  Speichen in die belassene, gusseiserne Radnabe ein und montierten die Radwangen und die 96 Schaufeln. Planmässig konnte die Arbeit am Donnerstagabend beendet werden. Und plötzlich standen die angehenden Zimmerleute herausgeputzt in weissem Hemd und schwarzem Gilet da. Das nigelnagelneue Rad wurde mit einem Aufrichte-Tännli geschmückt. Norbert Wick übergab das vollbrachte Werk nach Zimmermannstradition mit einem Richtspruch feierlich der Zwirneli-Stiftung. Anschliessend kam der grosse Moment: das Wasser wurde auf das Rad geleitet und das Rad begann sich zu drehen.

Der ereignisreiche letzte Arbeitstag mit Aufrichtefeier wurde gemeinsam bei einem Nachtessen in Wolfhalden beschlossen.